Bei uns in der Region hält sich hartnäckig seit vielen Jahren der Brauch des Maiensteckens.
Diese Tradition sieht vor, dass sich Jungen im Alter zwischen Vierzehn bis hin zu über Zwanzig aus dem Wald eine junge Birke schnappen, dieses Bäumchen mit bunten Krepppapierstreifen verziehren und Nachts der Freundin oder dem Schwarm in den Schornstein oder in die Dachrinne stecken.
Die ganze Aktion kann natürlich ziemlich ins Auge gehen, wenn man von den Dachplatten abrutscht und nach unten segelt, aber was macht man nicht alles für die Damen?
Zu allem Überfluss gibt es auch noch einige kluge Menschen, die sich „Maiendiebe“ nennen. Das ist ein zweiter, ebenso dämlicher Brauch, die Maienbäume, die auf dem Dach sind, wieder runter zu nehmen und weg zu werfen. Um das zu verhindern kann man entweder beten oder eben den Maien gegen 5.00Uhr stecken und anschliessend bis 7.00 Uhr warten, um sicher zu gehen, dass niemand mehr in der Nacht kommt.
Sinn und Zweck des ganzen ist, dass der Kerl dem Mädchen gegenüber Mut und Engagement zeigt. Ausserdem gibt er sich als Verehrer zu erkennen, ist also stolz, sich mit ihr blicken zu lassen.
Und ich gehe jetzt erst mal Krepppapier schnibbeln.
In diesem Sinne, fallt nicht runter!
Matthias